OB Till spielt falsch - SPD Faurndau fordert Stopp von Wohnprojekt Dittlau

Die Vorgehensweise von Oberbürgermeister Guido Till im Zusammenhang mit der Eröffnung des Bürgerbüros Dittlau hat die SPD Faurndau bei der jüngsten Vorstands-sitzung unisono auf die Palme gebracht: So kann es nicht weiter gehen! Bereits im Vorfeld gab es hierzu heftige Kritik seitens der Göppinger SPD-Gemeinderats/Bezirksbeirats-Fraktion.

Die zu diesem unpassenden Zeitpunkt vollzogene Maßnahme der Stadt Göppingen bestätigt unseren starken Verdacht, dass insbesondere von OB Till weitere Fakten bei der Umsetzung des Projekts Dittlau geschaffen werden sollen; vielmehr muss von einer Durchsetzung die Rede sein.

Zwar hat der OB das Bürgerbüro bei der ersten Bürgerinformationsveranstaltung im Dezember 2017 angekündigt, doch sind die für diesen Herbst avisierten Gutachten noch nicht präsentiert (gerüchteweise wurde das Lärmschutzgutachten als wesentlicher Bestandteil noch gar nicht beauftragt). Ein Bürgerbüro schon zu eröffnen, wenn Bezirks- und Gemeinderäte noch nichts Näheres wissen und somit erst recht nicht die Bürgerschaft, lässt den Schluss zu, dass es sich um eine scheinheilige Bürgerbeteiligung handelt. Die Maßnahme kann auch als unsensibel bezeichnet werden, berücksichtigt man, dass nur die Voruntersuchungen vom Gemeinderat ganz knapp mit der OB-Stimme (Pro 17:16) beschlossen wurden.

Die bisher bekannten Fakten zeigen jetzt schon auf: Dittlau muss nicht bebaut werden. Einzig die von der Stadt Göppingen selbst beauftragte empirica-Studie vom 19.4. hat den OB Till bei der Wohnraumbedarfsanalyse widerlegt, der ursprünglich selbst von 4.600 Wohneinheiten bis 2030 sprach. In Göppingen gesamt werden nicht "in den nächsten Jahren mehrere tausend Wohnungen benötigt" (siehe Pressemitteilung "Bürgerbüro zum Thema Familienwohnen Dittlau" vom 7.9.), wie er immer noch betont, sondern der wirklich mengenmäßige Zusatzbedarf ist mit "nur" rd. 1.300 Wohnungen berechnet bei einem realistischen Verhältnis der Personen pro Wohneinheit. Nicht nur dahingehend erhält die Schutzgemeinschaft Dittlau bei Ihrem Kampf gegen die "Trabantenstadt", in der mal bis zu 2.000 Menschen (in ca. 800 Einheiten) wohnen sollen, unsere volle Unterstützung.

Ferner müssen unserer Ansicht nach endlich die bereits seit langem bekannten Wohnprojekte "Opelstraße" im Stadtteil Haier und "Freihof" im Ortskern (jeweils spätestens seit dem Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes aus Juli 2014 bzw. der Baulandstrategie vom Januar 2015 bekannt) zum Abschluss gebracht werden. Auch weiter benannte Projekte wie z. B. Umbaumaßnahmen in der Hirschstraße oder der Terrassengeschosswohnbau südlich der Haierschule müssen verfolgt werden - ganz zu schweigen von den unzähligen Baulücken, welche es in Faurndau gibt.  Ganz wichtig ist uns auch, dass der Gemeinderat sich zur Zukunft des Golfplatzes nach 2027 (Auslauf des Mietvertrages) bekennt, indem die im Regionalplan festgelegte Wohnbaubebauung zwingend umzusetzen ist. Mit diesen Maßnahmen und unter der Berücksichtigung, dass eine Wohnraum-bedarfsprognose bis 2036 angeführt wird, ist der realistische Wohnbedarf sicher zu decken.

Wenn seitens OB Till samt Stadtverwaltung darauf verwiesen wird, dass mit der Bebauung Dittlau gleich mehrere "Fliegen mit einer Klappe" geschlagen werden können, so ist der zeitliche Horizont entgegen zu halten, mit dem schon die bekannten Wohnprojekte angestoßen wurden. In diese sind bereits viel Aufwand und Kosten sowie eine gewaltige "Manpower" geflossen. Aufhören sollte der OB auch mit immer wiederkehrenden Hinweisen, dass nur mit dem Dittlau "gleichzeitig der Ortskern von Faurndau, die örtliche Infrastruktur sowie der lokale Einzelhandel nachhaltig gestärkt werden" könnten (siehe zitierte Pressemitteilung). Diese Notwendigkeiten bestehen in Faurndau schon über viele Jahre hinaus.

Wir von der SPD Faurndau wissen um unsere ureigenste Mitverantwortung, den - auch sozialen - Wohnraum weiter voranzubringen. Aber wir stehen zu unseren lange bekannten Aussagen, hierfür die Baulücken im Ort zu schließen und maßvolle Arrondierungen (sprich Ortsranderweiterungen) vorzunehmen. Die auch mit der Eröffnung des Bürgerbüros einhergehende Werbetour sowie ein derart gewaltiges Lieblingsprojekt des OB Till wie dem Dittlau, mit dem viele Dinge zunichte gemacht werden - und hier ist zuvorderst der Flächenverbrauch zu nennen - tragen wir nicht mit. Daher fordert die SPD Faurndau: Stoppt das Wohnbauprojekt Dittlau.



SPD Ortsverein Faurndau / Gunther Reiber
 

 

Zurück